Darsteller:
Christian Bale, Sean Bean, Taye Diggs, Emily Watson
Die Zukunft. Ein
totalitäres System mit Bürgern ohne Emotionen. Die Regierung
hat menschliche Gefühle zur Ursache für den Krieg erklärt.
Daher muß jeder Bürger täglich seine Dosis Prozium
spritzen, um sämtliche Gefühle zu unterdrücken. Bücher,
Kunst, kurz alles, was an frühere, gefühlsgeprägte Zeiten
erinnert, ist verboten. Der Kleriker John Preston (Christian
Bale) verfolgt unerbittlich jeden, der gegen die neuen Gesetze
verstößt. Dabei macht er auch nicht vor Kollegen oder gar
der eigenen Familie halt. Bis er eines Tages zufällig seine
eigene Dosis Prozium vergißt...
Ein absoluter
Wahnsinnsfilm! Zwar nicht mehr ganz so neu, aber trotzdem hat
er nichts von seiner Spannung und seiner Coolness verloren.
Der Film kam etwas nach "Matrix" in Amerika in die
Kinos und das merkt man ihm anfänglich auch an. Hier herrscht
eine ähnliche Sterilität und die Charaktere sind ebenso
stark gezeichnet. Hinzu kommt nun ein Hauch von Orwell's
"1984". Die Regierung weiß über alles Bescheid und
jeder, der nicht ins Bild paßt, wird eliminiert.
Was
EQUILIBRIUM aber so besonders macht, sind erstens seine
Hauptdarsteller. Christian Bale überzeugt absolut als
zunächst gefühlskalter und -armer "Spezialagent",
der nach und nach das erste Mal in seinem Leben Gefühle
erlebt und vor allem zuläßt. Auch sein Gegenspieler Tye
Diggs spielt den falschen Emporkömmling vollkommen glaubhaft.
Und selbst die Nebenrollen von Emily Watson als aufopfernde
Widerstands- kämpferin oder von Sean Bean als Kollege von Bale sind
fantastisch besetzt. Dazu kommt als zweites eine fabelhafte Kulisse,
die schon fast an das "Germania" des 3. Reiches erinnert. Am sehenswertesten fand ich
allerdings die zwar spärlich vorhandenen, aber dadurch noch
intensiveren Action/Kampfszenen. Diese sind perfek
choreografiert und sitzen auf den Punkt. Vor allem die Idee, daß
hier Schwertkämpfe mit Pistolen ausgetragen werden, hat mich
total begeistert. Der Regisseur Jan De Bont hat hier meiner
Meinung nach also ein absolutes Meisterwerk abgeliefert, daß
für mich völlig unverständlich leider nie in die deutschen
Kinos kam. (S. Borys)