Im Laufe der Geschichte hat sich das Kölner Wappen mehrfach geändert und ist nicht nur in vielen Logo Kölner Institutionen zu finden, sondern auch auf vielen privaten alten Häusern, die nach Abbruch der Stadtmauer entstanden sind, als Symbol für die Liebe zur Stadt.
Wappen, wie wir sie heute kennen waren ursprünglich eine Kennzeichnung der Waffen militärischer Einheiten unter einem Anführer. Als Herrbannzeichen geführt mußten sie einfach und weit sichtbar sein.
Ab 1160 wurden aus diesen Kennzeichnungen erstmals die sogenannten Wappen, zuerst für Kaiser, könige, die hohen Reichfürsten und die hohe Geistlichkeit, wie auch der Kölner Erzbischof. Im 13 Jahrhundert dehnte sich der Gebrauch der Wappen weiter aus auf Landeswappen für weltliche Länder und Erzbistümer bis zu den Klöstern, für Hohe weltliche und geistliche Fürsten, für niedrige Adlige, für Ritter, für Städtische Patrizier und letzendlich für die Städte zu dem Zeitpunkt als diese selbständig wurden. In der Mitte bis zur zweiten Hälfte ist das Wappen der Stadt Köln entstanden, vor der Schlacht bei Worringen 1288, offiziell aber datiert auf 1300. Gewählt wurde ein rot-weißer Schild. Im Schildhaupt, dem oberen Feld rot mit 3 Kronen, in unterem freien Feld weiß.
Die Farben rot und weiß
Neben Lübeck war Köln die Mitbegründerin der Deutschen Hanse. Rot und weiß sind die Farben der Hanse. Die Deutsche Hanse ist die Bezeichnung für die Mitte des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 17. Jahrhunderts Bestehenden Vereinigungen duetscher Kaufleute. Daraus entstand der Städtebund der Hanse, woraus sie wiederum die Hansestädte zusammenschlossen. Nicht nur im Kölner Wappen, sonderen in vielen Stadtwappen der Hansestädte findet man heute noch die Farben rot und weiß.
Die drei Kronen
Seit dem 12. Jahrhundert sind die 3 Kronen das Hoheitszeichen der Stadt Köln in Erinnerung and die Heiligen Drei Könige, oder die Weisen aus dem Morgenland, deren Gebeine 1164 nach Köln gebracht wurden als Geschenk des Kaisers Friedrich I. Barbarossa an den damaligen Erzbischof Rainald von Dassel. Im Kölner Dom werden die Gebeine seit damals verehrt. In der Bibel steht weder, daß sie Heilige, noch das sie Könige waren, aber wenn man von den Heiligen Drei Könige spricht, ist die katholische Legende aus dem Evangelium Matthäus gemeint, der wiederum Weise aus dem Morgenland erwähnte. Ab Anfang des 6. Jahrhunderts kommen im Latainischen Namensformen von Caspar, Melchior und Balthasar vor, die drei Geschenke, nämlich Gold, Weihrauch, Myrrhe mitbrachten. Da man im 14. Jahrhundert glaubte, die Welt würde aus 3 Kontinenten (Europa, Asien und Afrika) bestehen, nahme man auch an, die drei Könige würde die drei Kontinente symbolisieren und deren Vertreter gewesen sein.
Die elf Tropfen, Flammen oder Tränen
Seit dem 16. Jahrhundert sind diese als Erinnerung an die Heilige Ursula, der Stadtpatronin von Köln, in das Kölner Stadtwappen aufgenommen worden. Auch bei der Heiligen Ursula spricht man von einer Legende. Die Zahl der 11.000 Jungfrauen beruht aber anscheinend auch auf einem Lesefehler und der daraus versehentlichen Multiplikation der tätsächlichen Zahl mit der Zahl 1.000 (römisch M für 1.000). Die Heilige Ursula war eine fromme Tochter des Königs Maurus der Bretagne und die Tropfen, Flammen oder Tränen stellen eigentlich Hermelinschwänze aus einem Hermelinpelz und aus dem alten Wappen der Bretagne dar. Nach der Legende war die Heilige Jungfra Ursula zusammen mit 10 jungfräulichen Begleiterinnen, die wiederum jeweils 1000 Begleiterinnen bei sich hatten auf der Rückfahrt von einer Pilgereise nach Rom. Bei Köln wurden zunächst alle Jungfrauen von den Hunnen unter Attila, angestiftet von zwei christenfeindlichen römischen Herren, die durch die gewaltige Pilgerschar einen Sieg des Christentums befürchteten, um 451 ermordet. Urslua, als Letzte, wurde von Attila miteinem Pfeil selber erschossen, da sie sich dem Hunnenköng bis zum Schluß verweigerte. Nach einer Inschrift des 4. Jahrhunderts soll ein Kölner Bürger eine zerstörte Kapelle über den Gräbern der Märtyrerinnen wieder aufgebaut haben. Im 12. Jahrhundert fand man in der Nähe wo jetzt St.Ursula steht eine Gräberstätte, tatsächlich ein römisches Gräberfeld, von dem man glaubte es sei die Heilige Ursula und ihre Gefährtinnen. In einen Reliqienbehälter verpackt bekam der Handel und Verkauf der Gebeine der sonst eigentlich verboten war auch den Segen der Kirche, dem der Past 1393 erst ein Ende setzte, aus Angst die Kölner hätte sonst selber keine Ursulareliquien mehr Alle Gebeine, die man über die Jahre in und um Köln in der Regel von römischen Grabmälern gefunden wurden, legte man zu den elf jungfräulichen Gebeinen, womit Köln in der „Goldenen Kammer“ in St. Ursula das größte Gebeinhaus nördlich der Alpen hat. Angeblich soll sogar Kolumbus 1493 bei seiner Entdeckung von 11 Inseln in der Karibik in Anlehung an die Ursula-Legende diese Jungfraueninseln benannt haben (Santa Ursula y Las Once Mil Virgenes – Heilige Ursula und 11.000 Jungfrauen).
Die Einfassung des Wappen, der Reichsadler
Eingefaßt wird das Wappen von Köln von einem doppelköpfigen Adler mit Szepter und Schwert, das Symbol des Heiligen Römischen Reiches. Die Adlerköpfe die einerseits für Kasier- und andererseits für Königsmacht stehen, deuten den Status als Freie Reichsstadt, den Köln offiziell 1475 erhielt, bereits aber durch die Abschüttelung der Erzbischofsherrschaft bei der Schlacht um Worringen 1288 erhalten hatte. Zwar wurde der Adler ins Wappen übernommen, bekam aber dort von den Kölnern keinen festen Platz.
Nach Besetzung der Stadt 1794 durch die Franzosen wurde der Adel abgeschafft und auch das recht Wappen zu führen. 1809 mit Gründung der Monarchie dürften die Städte nach Antragsstellung unter Napoleon mit Gründung des Kaiserreichs wieder Wappen führen. Nachdem die Stadt am 06.06.1811 ein neues Wappen erhalten hatte, war es nur 3 Jahre gültig, den am 14.01.1814 waren die Franzosen wieder weg und dafür kamen die Preußen, die nun über das Wappen zu entscheiden hatten. Nachdem am 21.12.1817 der preußische König den linksrheinischen Städten wieder erlaubte ihr Wappen zu führen mit dem alten Reichsadler verfügte am 10.04.1818 die königliche Regierung auf Wunsch der Stadt wieder das ursprüngliche Wappen zu führen (doppelköpfiger Adler mit Krone, Zepter und Schwert und dem Drei-Kronen-Wappen im Schildhaupt). Wieder legten die Kölner den Reichsadler ab und das Wappen verlor an Bedeutung bis zum späten 19. Jahrhundert mit dem Sieg des Historismus und der Sehnsucht nach einem neuen Dsutschen Reich. Trotz unendlicher Debatten im Rathaus konnteman sich nicht auf ein Wappen eignen und man einigte sich auf eine „Kölsche Lösung“ nämlich zwei Arten des Wappens, mit und ohne Reichsadler, wobei nach der Wappenkunde der Adler eigentlich nur als Wappenhalter anzusehen ist und erst zum eigentlichen Wappen gehören würde, falls er ebenfalls von einem Wappenhalter eingefaßt würde.