Am 23.12.1993. Jahrhunderthochwasser zur Weihnachtszeit. Nicht die Schneeschmelze sondern Regenrekorde im Monat Dezember führten zu diesem Hochwasserrekord. 22.Dezember 1993: Hochwasser in der Kölner Altstadt. Obwohl Experten zu dieser Zeit eine Wasserknappheit vorausgesagt hatten, erklomm "Vater Rhein" Weihnachten 1993 Rekordhöhe. Es hatte harmlos angefangen: Apriltemperaturen kurz vor Winteranfang, kein Schnee, jedoch dafür Regenrekorde für den Monat Dezember. Auf dem Neckar und der Mosel wurde die Schiffahrt wegen Hochwasser eingestellt. Straßen wurden überflutet und auch der Rhein stieg auf eine Hochwassermarke von 10,62 Meter bei Köln und blieb damit nur knapp unter der Höchstmarke von 10,69m aus dem Jahre 1926. Viele Menschen waren beunruhigt. Die Tendenz des Hochwassers war jedoch steigend. Aber niemand konnte präzise sagen, wie hoch das Wasser am Ende steigen würde. Alles hing davon ab, wie exakt sich die Wellen von Mosel und Rhein in Koblenz treffen oder verpassen würden. Das Weihnachtsfest war jedenfalls ein feuchtes Fest für viele. In Nordrhein-Westfalen sind Hochwasser nichts Unbekanntes. Insbesondere die Rheinschiene im Großraum Bonn/Köln war im Dezember 1993 und im Januar 1995 stark von den Rhein-Überschwemmungen betroffen. Zuletzt trat der Rhein im Februar 1997 über die Ufer. Aber auch andere Flüsse wie die Ems, Lippe, Ruhr oder Weser bergen nicht zu unterschätzende Gefahren von Hochwasser und großflächigen Überschwemmungen. Besonders vom Hochwasser betroffen waren die Städte entlang der Rheinstrecke zwischen Kaub und Köln. So stand zum Beispiel ein Viertel der Stadtfläche von Koblenz unter Wasser, in Bonn kam es zu Schäden in Millionen Höhe und in Köln wurde die mobile Schutzwand überspült, so dass die Kölner Altstadt 70 Stunden unter Wasser stand. Die Kölner Altstadt ist grundsätzlich bei einem Hochwasser besonders stark gefährdet, da sie sich in einer topographisch gesehen tiefen Lage befindet. Außerdem wollen sich die Kölner nicht den Blick auf den Rhein durch die Errichtung von Deichen verbauen, so dass die mobile Hochwasserschutzwand, die einen Schutz bis zu einem Pegelstand von zehn Metern gewährleistet, häufig den Wassermassen nicht standhalten kann. Alleine in Köln entstand durch das 93er Hochwasser ein Sachschaden von 110 Mio. DM. Im gesamten deutschen Rheineinzugsgebiet belief sich der geschätzte Schaden auf 1, 3 Mrd. DM, wobei hierunter auch die Schäden fallen, die an den Nebenflüssen, insbesondere an der Mosel entstanden sind.